Pressemitteilung —
c’t Fotografie: Architektur als Ankerpunkte
Türme und Brücken bringen Spannung ins Bild
Hannover, 23. Oktober 2026 – Türme und Brücken verwandeln Landschaftsfotos in ausdrucksstarke Kompositionen. Ihre klaren Linien schaffen Ankerpunkte, erzeugen Tiefe und geben dem Bild Struktur. Das Fotomagazin c’t Fotografie liefert in Ausgabe 6/2026 Tipps: Mit gezielter Perspektivwahl, passender Brennweite und der richtigen Belichtung entstehen selbst aus bekannten Bauwerken überraschend neue Aufnahmen.
Landschaften fehlt häufig ein markanter Höhepunkt, der die notwendige Spannung im Bild erzeugt. Türme oder Brücken können diese Lücke füllen. „Sie bieten durch die vertikalen und horizontalen Linien interessante Möglichkeiten für die Bildkomposition“, erläutert Landschaftsfotograf Christian Twehues in c’t Fotografie. „Eine Brücke kann den Blick durch eine Landschaft führen, während Wege oder Höhenzüge die Aufmerksamkeit gezielt auf einen Turm lenken.“
Besonders wichtig ist die Wahl der Brennweite. Ein Teleobjektiv holt weit entfernte Gebäude nah heran und bildet sie proportionaler ab, die Linien stürzen nur leicht. Ein Weitwinkelobjektiv dagegen lässt Türme bei großer Distanz klein wirken, aus der Nähe jedoch durch stürzende Linien überproportional groß erscheinen. „Bei kleineren Gebäuden fotografiere ich aus mittlerer Distanz, sodass das Gebäude etwa ein Drittel der Bildhöhe ausmacht“, erklärt Twehues seinen Ansatz.
Die Perspektive entscheidet über die Bildwirkung: Bei Frontalansicht sucht der Fotograf die Symmetrie der Mitte, unterstützt durch einen interessanten Vordergrund. Bei schräger Perspektive positioniert er den Turm auf einem Bilddrittel, damit die Blickrichtung in den freien Raum zeigt. Das Hochformat betont vertikale Linien und lässt Türme größer wirken, das Querformat hingegen stützt die horizontalen Linien der Landschaft und wirkt harmonischer.
Brücken spannen den Raum horizontal auf und lassen ihn weit erscheinen. „Die sich wiederholenden Bögen, Pfeiler und Geländer erzeugen einen visuellen Rhythmus“, beschreibt Twehues. Besonders lange Brücken führen bis zum Horizont und erzeugen enorme Tiefe.
Für Langzeitbelichtungen bei Brücken an Gewässern empfiehlt der Fotograf Belichtungszeiten von acht bis 15 Sekunden, um das Wasser zu glätten, ohne dass es unnatürlich wirkt. Ein Stativ ist dabei zwingend erforderlich.
Twehues rät zur gründlichen Vorbereitung: Mithilfe von Apps wie PhotoPills oder der Website Locationscout.net lassen sich interessante Motive, optimale Standorte und die beste Tageszeit ermitteln. Vor Ort sollten Fotografen verschiedene Perspektiven ausprobieren und das Bauwerk umrunden. „Oft ist das beste Foto nicht das vom ersten Standort.“
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